F

Fachbedeutung  
 

Jede Objektgeometrie, jeder Text oder jedes Objekt hat in der Realität eine oder mehrere Funktionen bzw. Bedeutungen. Diese werden im Verfahren ALK "Fachbedeutung" genannt. Sie kann mit Hilfe der OS (Objektschlüssel) maschinengerecht verschlüsselt werden.

Die einzelnen Fachbedeutungen sind im jeweiligen OSKA beschrieben.

Beispiel: Eine Linie hat die Fachbedeutung "Flurstücksgrenze" und wird mit dem OS 0010233 verschlüsselt. Wenn sie gleichzeitig Gebäudebegrenzungslinie eines nicht öffentlichen Gebäudes ist, wird zusätzlich der Schlüssel 0111013 angebracht.

Das Objekt "allgemeines Wohngebäude" erhält den OS 0111301.

 

Fachdatei  
 

In Fachdateien werden in alphanumerischer Form weitere beschreibende Angaben zu einem bestimmten Objekt erfaßt und gespeichert. Diese Dateien sind in ihrem Aufbau unterschiedlich und liegen bei unterschiedlichen Institutionen und Anwendern vor. Aufgabe von Informationssystemen ist es nun, die geometrischen Angaben mit den beschreibenden Angaben zu verknüpfen und sie damit für die Nutzer des Systems auswertbar zu machen und die Ergebniss als Diagramme oder thematische Karten zur Verfügung zu stellen.

In diesem Sinne ist das ALB eine Fachdatei innerhalb des Liegenschaftskatasters, die z.Z. noch unabhängig von der ALK (Geometrie) geführt wird. Ziel der AdV ist es eine integrierte Führung beider Verfahren (ALKIS®) zu realisieren.

Fachdateien müssen, damit sie vom Verfahren ALK eindeutig zugeordnet werden können auf Seiten der ALK mit einer Dateikennung verschlüsselt werden. Diese Dateikennung wird mit den Objektnamen geführt. Für die das Liegenschaftskataster betreffenden Fachdateien hat die AdV bereits bei der Konzeption des Verfahrens ALK entsprechende Dateikennungen einheitlich festgelegt.

Beispiel: Zu einem Gebäude werden bei jedem Energieversorgungsunternehmen (Gas, Strom und Wasser) beschreibende Dateien für die jeweiligen Hausanschlüsse geführt. Die Folge ist, daß auch jedes Unternehmen das Gebäude aktuell in seinen Dimensionen darstellen muß. Diese Mehrfachdarstellung und der damit verbundenen Mehrfacherfassung von Gebäuden in verschiedenen Informationssystemen entfällt, wenn die Daten der ALK übernommen werden und die Datenbestände (Beschreibung/Darstellung) miteinander verknüpft werden. Das Gebäude in seiner realen Gestalt ändert sich nicht, nur weil ein anderer Nutzer es für die Darstellung von Hausanschlüssen benötigt.

 

Fachkennzeichen  
 

Fachkennzeichen sind eindeutige fachliche Namen für Objekte. Der Aufbau ist von der AdV für bestimmte Objekte bundesweit einheitlich vorgegeben (Flurstückskennzeichen, Gebäudekennzeichen, usw.). Zusammen mit der Dateikennung bilden die Fachkennzeichen den Objektnamen eines Objekts. Wenn Kennzeichen nicht überregional vorgegeben sind können sie vom Anwender festgelegt werden, in diesen Fällen gilt aber, daß sie innerhalb eines Anwendungsgebietes eindeutig sein müssen.

 

FEIN Fortführung Eintragen
 

In diesem Format der EDBS werden die ankommenden Objekte in den ALK-Datenbankteil und in die Datenbank eines Sekundärnutzers eingetragen. Kommen die Daten aus einem Verarbeitungsteil (VT) im Format FEIN, werden die vorläufigen Objektnummern des VT durch den Datenbankteil in endgültige Objektnummern umgewandelt.

Nur in diesem Format ist der Aufbau von BZSN-Verfahren möglich.

Im FEIN-Format werden die Daten redundant weitergegeben, da jedes Objekt für sich betrachtet wird. Beim Einspielen wird durch die Geometriebehandlung des Datenbankteils sichergestellt, daß die Redundanzfreiheit der Definitionsgeometrie systemintern wiederhergestellt wird.

 

FGEO Fortführung Geometrie
 

In diesem Format der EDBS werden Fortführungen übertragen, die keinen fachlichen Hintergrund haben, sondern durch eine reine Änderungen (Verschiebung) der Geometrie verursacht wurden. Diese Änderungen der Geometrie können auf Grund einer im Primärdatenbestand durchgeführten Homogenisierung entstehen. Dabei bleiben die Objektnummern identisch, lediglich die Aktualität des Objekts wird um +1 erhöht. Dieser Operationsschlüssel ist bisher noch nicht im BSZN-Verfahren realisiert worden.

 

Flächendeckung  
 

Bestimmte Inhalte der ALK stellen einen flächendeckenden Nachweis des Sachverhaltes dar. Zu diesen flächendeckenden Nachweisen gehört u.a. die Abbildung aller Flurstücke eines Anwendungsgebietes. Systemtechnisch werden dieFolien dieser Nachweise einem bestimmten Folientyp zugeordnet, der eine systeminterne Prüfung der Flächendeckung zuläßt.

Beispiel: Wird in einem flächendeckenden Nachweis ein Objekt (Flurstück) gelöscht und dafür zwei neue Objekte eingetragen, so müssen die neuen Objekte genau die Fläche des gelöschten Objekts abdecken. Es darf weder eine Überdeckung, noch eine Unterdeckung geben.

 

FLOE Fortführung Löschen
 

In diesem Format der EDBS werden Informationen übertragen, die zum Löschen eines Objektes in der Datenbank führen. Das zu löschende Objekt wird an seiner endgültigen Objektnummer in der Datenbank identifiziert. Im Rahmen einer Fortführung werden immer zuerst die Objekte gelöscht und danach die neuen Objekte eingetragen.

 

Flurkarte  
 

Analoger graphischer Nachweis aller Flurstücke und Gebäude (Liegenschaften) eines bestimmten Gebietes. Außerdem werden weitere Inhalte dargestellt, die aber im wesentlichen der Orientierung dienen sollen. Die Flurkarte nimmt nach §2a der Grundbuchordnung am öffentlichen Glauben teil. Flurkarten können in Form von Rahmenkarten (fester Blattschnitt) oder als Inselkarten (isolierte Abbildung einer Flur) vorliegen. Im Allgemeinen erfolgt die Darstellung im Maßstab 1:1000. Es existieren aber auch aus historischen Gründen Flurkarten in vielen anderen Maßstäben (1:500, 1:3 333 usw.).

 

Folie  
 

Fachliches Ordnungskriterium in der ALK-Verfahrenslösung. Folien repräsentieren immer einen bestimmten fachlichen Inhalt. Die Folien werden bestimmten Folientypen zugeordnet. Folien können mit "Schubladen" verglichen werden, in denen nur bestimmte Dinge abgelegt werden dürfen.

In der ALK-Verfahrenslösung stehen insgesamt 1000 Folien zur Verfügung. Die Zuweisung der Folien für bestimmte Anwendungen oder Nutzer muß in einem Anwendungsgebiet verbindlich vorgenommen werden, siehe auch Folienbereich.

Beispiel: Alle Informationen die mit Flurstücken im Zusammenhang stehen sind in der Anwendung ALK der Folie 001 zugeordnet.

 

Folienbereich  
 

Es stehen derzeitig 1000 Folien zur Verfügung. Die AdV hat eine Aufteilung in Folienbereiche (000-099 Liegenschaftskataster, 100-199 Landesvermessung, 200-699 kommunale Anwendungen, 700-998 andere Stellen, 999 folienübergreifende Darstellungen) vorgenommen, um klare fachliche Zuordnungen und Verantwortlichkeiten zu erreichen und dadurch anderen Anwendern den Zugang und die Mitarbeit innerhalb der Verfahrenslösung ALK zu ermöglichen.

Die Definition der Verfahrenslösung ALK sieht im Bereich des Liegenschaftskatasters außerdem vor, Folien länderspezifisch zu definieren. Hierfür steht der Folienbereich 080 bis 099 zur Verfügung.

Beispiel: Die AdV hat für die Speicherung der topographischen Inhalte die Folie 022 vorgesehen. In einigen Bundesländern wird die Folie 022 nicht benutzt, vielmehr werden die Inhalte auf die Folien 081 "Topographie Flurkarte" und 082 "Ergänzungstopographie Stadtkarte" verteilt.

 

Folienkatalog Berlin  
 

Berlinspezifischer Katalog, in dem die Verteilung der zur Verfügung stehenden Folien der Verfahrenslösungen ALK und ATKIS sowie die Verteilung auf die einzelnen Fachanwendungen im kommunalen Bereich sowie für andere Stellen und Institutionen festgelegt wird.

 

Folientyp  
 

Auf Grund der abzubildenden Inhalte werden die einzelenen Folien bestimmten Folientypen zugeordnet. Bei Speicherung der Daten in die Datenbank werden für die einzelnen Folientypen systeminterne Prüfungen auf Datenkonsistenz vorgenommen, z.B. Flächendeckung.

Die Bedeutungen der Folientypen sind der Verfahrensdokumentation der ALK bzw. dem jeweils gültigen OSKA zu entnehmen und sind im OBAK verbindlich festgelegt.

Beispiel: Die Folie 001 Flurstücke, gehört zum Folientyp A. Das bedeutet hier können nur flächenförmige Objekte eines flächendeckenden Nachweises abgebildet und gespeichert werden. Bei der Speicherung wird geprüft, daß sich keine Flurstücke über- oder unterschneiden.